Sinnfrei – Die Abschaffung des 500-Euro-Schein

Befürworter der Abschaffung sagen, dass Terrorfinanzierung Schwarzarbeit und Geldwäsche zurückgedrängt werden. Der EZB-Präsident weist darauf hin, dass der 500-Euro-Schein für kriminelle Zwecke genutzt werde, also ein Instrument für illegale Aktivitäten ist.

Der sachlogische Zusammenhang, insbesondere zwischen dem 500-Euro-Schein und kriminellen Zwecken ist ein Trugschluss.

Kriminelle Handlungen werden nicht durch ein Verbot eines 500-Euro-Schein verhindert. Die Transaktionen werden ganz einfach durch die anderen Euro-Scheine substituiert.

Wer in Mathe fit ist weiß:

500 = 200 + 200 + 100

Geht ein Krimineller zur Bank und fragt nach einer Auszahlung seines Kontos in Höhe von EUR 5.000. Sagt der Bankangestellte: „ Wir haben leider keine 500-Euro-Scheine mehr, ich würde Ihnen aber gern den Betrag in EUR 200 Scheinen zusammenstellen. Möchten Sie vielleicht noch ein paar EUR 100 Scheine dazu? Möchten Sie den Betrag in einem Kuvert?“. Der Kriminelle nimmt das Geld in einem Kuvert und geht aus der Bank. Er wusste gar nicht, dass es keine 500-EUR-Scheine mehr gibt. Ihm ist es egal was für Scheine er bekommt, er wäre auch mit 300-Euro-Scheinen zufrieden – Hauptsache sein Geschäft läuft.

Wie viele Straftaten werden mit einer 500-Euro-Schein Abschaffung verhindert?

 

Andere Perspektive:

Es stellt sich die Frage, wie man an einem inflationären Geldsystem festhalten kann und gleichzeitig die größte nominale Größe  des gesetzlichen Zahlungsmittels aus dem Verkehr zieht.

Logisch wäre zu sagen, dass Inflationsziel der EZB in Höhe von 2% führt zu einer Preissteigerung, die in ein paar Jahrzehnten dazu führt, dass zehn Brötchen beim Bäcker nicht mehr 5 EUR kosten, sondern 500 EUR. Daraus abgeleitet kann man davon ausgehen, dass es in Zukunft eher eine Ausgabe von EUR-Scheinen gibt, die einen größeren nominellen Wert haben.  Schlussfolgernd wäre es zukunftsorientierter die 1 und 2 Cent Münzen abzuschaffen als den 500-EUR-Schein.

Es stellt sich nun die Frage, ob das inkonsistente Verhalten der EZB, welches argumentative Schwächen aufweist, aus einem Unvermögen resultiert oder ob andere Motive damit verfolgt werden.

 

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