Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Deflation und Disinflation und was ist eine Deflationsspirale? Und was hat das mit Milch zu tun ?

Deflation kann als anhaltender Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen definiert werden. Deflation entsteht durch eine relativ geringere gesamtwirtschaftliche Nachfrage, die auf ein relativ höheres gesamtwirtschaftliches Angebot trifft. Resultierend daraus entsteht eine Absatzkrise.“

Disinflation ist eine Verringerung des Preisniveauanstiegs, also eine Verringerung der Geschwindigkeit der Preissteigerungen. Disinflation kann somit als Verminderung der Inflation gesehen werden.“

Deflationsspirale kann als sich selbst verstärkender konjunktureller Abwärtstrend gesehen werden. Dabei wird die sogenannte klassische Deflationsspirale durch eine sinkende Preistendenz in Gang gesetzt.“

Konsum- und Investitionszurückhaltung

Klassischerweise  stehen am Anfang einer klassischen Deflations-spirale Konsumenten. Diese stellen, aufgrund ihrer Erwartung, dass die Preise fallen, die Käufe zurück oder ein. Daraus resultierende Umsatzrückgänge und sinkende Auslastungsgrade sowie geringere Gewinne führen bei den Unternehmen zu einer Krise. Die Folge sind meist Kurzarbeit, Entlassungen, Investitionsstau oder gar Insolvenz. Diese Verunsicherung führt beim Konsumenten zu Verunsicherung und zu weiteren ausbleibenden Käufen.

Die Theorie der klassischen Deflationsspirale ist eine von vielen. Die Ursache einer Deflation bzw. Deflationsspirale sind zahlreich. Andere Aspekte und Ursachen zeigen sich wie folgt:

Technischer Fortschritt – Produktivität

Aufgrund unseres technischen Fortschritts haben wir im Laufe der Zeit immer mehr an Produktivität gewonnen. Zu nennen ist hier beispielsweise die Industrialisierung. Waren und Dienstleistungen wurden, aufgrund ihrer leichteren Zugänglichkeit (steigendes Angebot durch bspw. Massenproduktion) billiger.  (Der Preis sinkt durch mehr Angebot bei gleicher Nachfrage)

Außenwirtschaftliche Ursachen – Exportweltmeister Deutschland

Verringert sich die  Nachfrage aus dem Ausland wegen dortiger schlechter Konjunktur (Südeuropa) kommt es zu deflationserzeugenden Angebotsüberschuss im Inland. Dies trifft das Inland umso mehr, je größer der Exportanteil ist. Zudem können protektionistische Maßnahmen wie Zölle oder Sanktionen einen deflationserzeugenden Angebotsüberschuss erzeugen.

Ein aktuelles Beispiel zeigt sich in der Milchindustrie.

Sanktionen gegenüber Russland führten zu Importstopp.

Milchmarkt 2016: Molkereien und Erzeuger gefordert

Auch wenn nach Einschätzung des Milchindustrie-Verbands der Einfluss gering ausfällt, der Einfluss kann repräsentativ als Beispiel herangezogen werden.

Milchindustrie: Einfluss von Exportstopp nach Russland gering

Es zeigt sich, dass das Phänomen der Deflation vielschichtig ist. Preisstabilität ist in gewisser Maßen ein Kampf gegen oder mit den Wirkungsmechanismen vieler Ursachen. Die Aspekte und Ursachen der Konsum- und Investitionszurückhaltung, des Technischer Fortschritts und der Außenwirtschaft wurden in diesem Artikel verdeutlicht.

Klar ist, dass es viele weitere Ursachen gibt.

Unklar ist, wie der Kampf gegen oder mit der Deflation weiter geht. Die aktuelle Tendenz zeigt derzeit einen klaren Sieg für die Deflation.

Ein Blick auf den harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI; englisch Harmonised Index of Consumer Prices, HICP) verdeutlicht dies -> eurostat

HVPI in der Eurozone
2011 – 2,7%
2012 – 2,5%
2013 – 1,4%
2014 – 0,4%
2015 – 0,0%

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